01 | Förderprojekt
Subklassen-spezifische Immunevasion und T-Zell-Dynamiken beim Glioblastom: Vom Mechanismus zur Immuntherapie
Förderperiode: 01.01.2026 – 31.12.2027
Projektleiterin: Prof. Dr. Katrin Lamszus
Neurochirurgische Universitätsklinik Hamburg
Projektbeschreibung
Glioblastome zählen zu den aggressivsten und am schwersten behandelbaren Krebserkrankungen. Klinische Studien mit Immuncheckpoint-Inhibitoren haben ein heterogenes Ansprechen gezeigt, wobei die meisten Patientinnen und Patienten nicht messbar von der Behandlung profitieren. Aktuelle Arbeiten liefern Hinweise darauf, dass epigenetische Subklassen von Glioblastomen, definiert anhand von Methylierungsprofilen (RTK1, RTK2, MES), mitbestimmend für die Zusammensetzung der Immunzellen und für Mechanismen der Immunevasion im Tumormikromilieu sein können und somit die Ansprechbarkeit von Glioblastome auf Checkpoint-Inhibition beeinflussen können. Wir vermuten darüber hinaus, dass sich diese Unterschiede auch auf das systemische Immunkompartiment auswirken und in zirkulierenden Immunzellmarkern im Blut widerspiegeln.
Ziel dieses Projekts ist es, die Rolle Subklassen-spezifischer Immunevasionsstrategien bei Glioblastomen zu definieren, mit dem Ziel, unterschiedliche Mechanismen der Immunevasion sowie Vulnerabilitäten zu identifizieren, die mithilfe von Immuncheckpoint-Inhibitoren und/oder anderen Therapeutika ausgenutzt werden können. Dazu werden wir das tumorassoziierte Immunmikromilieu in den Subtypen RTK1/2 und MES analysieren und untersuchen, wie sich dieses unter neoadjuvanter Immuntherapie anpasst. Darüber hinaus werden wir periphere Immunfunktionsstörungen sowie deren Korrelation mit der lokalen intratumoralen Zusammensetzung von Immunzellen untersuchen.
Unsere Hypothese ist, dass RTK1/2- und MES-Tumoren unterschiedliche Immunevasionsmechanismen nutzen, die sowohl lokal als auch systemisch relevant sind, und dass dies ihr unterschiedliches Ansprechen auf die Immuncheckpoint-Inhibition bestimmt. Die umfassende Analyse intratumoraler und peripherer Immunantworten bei Glioblastompatienten soll helfen, therapeutisch nutzbare Zielmoleküle zu identifizieren, um die Wirksamkeit immuntherapeutischer Strategien zu verbessern.
